Bindung

01/11/15 Allgemein , Integrität & Werte

011 #Führung #Frage: #Merkel versus Seehofer, oder wie kann man #Konflikte lösen?

Die Frage zur Asylpolitik in Deutschland hat sich zur handfesten Krise der Koalitionspartner CSU und CDU entwickelt. Es gibt einen Konflikt zwischen den Parteispitzen Merkel, Seehofer und Gabriel. Schauen wir etwas genauer auf das Thema Konflikt. Wie entstehen Konflikte und wie kann man sie lösen?

Konflikte entstehen nicht immer auf der Sachebene. Viel schwieriger sind Konflikte zu lösen, wenn es sich um eigene Bedürfnisse anstatt Interessen handelt. Denn das ist die wahre Kunst, wenn man einen Konflikt lösen will. Die Bedürfnisse des anderen erkennen, und nicht nur die (vordergründigen) Interessen!

Dies sieht auch George Kohlrieser, Professor an der IMD Business School in Lausanne und der Autor des Buches “Gefangen am runden Tisch”, aus dem ich hier zitiere.

Interessenkonflikt versus Bedürfniskonflikt

Wichtig ist, in Konflikten zwischen Interessen und Bedürfnissen zu unterscheiden, so Kohlrieser. Interessen sind vorübergehender und von oberflächlicher Natur, Bedürfnisse grundlegend und dauerhaft. Oder anders formuliert: Interessen sind greifbar, verhandelbar – wie Land, Geld oder Arbeitsplätze, Bedürfnisse sind dagegen nicht greifbar und nicht verhandelbar – zum Beispiel Identität, Sicherheit, Respekt oder Anerkennung. Daraus ergibt sich, dass Bedürfnisse das höchste Konfliktpotential bergen. Der erste Schritt zur Lösung müsse daher sein, (sich) genau zu prüfen, auf welcher Ebene der Konflikt ausgetragen wird und welche Art von Verlust auf beiden Seiten droht – Verlust von Macht? Identität? Bedeutung? Oder Kontrolle? Um einen Konflikt wirklich zu bewältigen, muss sowohl auf die Beziehung (Bedürfnisse) als auch auf die Ziele (Interessen) geachtet werden.

Eine Beziehung lässt sich im Konflikt auf verschiedenen Wegen intakt halten, so Kohlrieser:

  • Verstand und Gefühl ausbalancieren; Emotionen sind notwendig und für eine Problemlösung oft unerlässlich. Wenn die Emotionen aber beginnen, den Verstand zu beherrschen, dann gerät die Balance verloren und meistens weicht man dann vom Pfad einer guten Verhandlung ab.
  • Gegenseitiges Verständnis; Wenn man ein Ergebnis erreichen will, bei dem sich beide Seiten fair behandelt fühlen, müssen wir unsere gegenseitigen Interessen und Vorstellungen von Fairness verstehen!
  • Gute Kommunikation; Konfliktlösung erfordert eine effektive Kommunikation, damit man versteht, wie sich im Verlaufe des Prozesses eine Bindung herstellen lässt.
  • Überzeugen statt zwingen; Wenn man sich Zeit nimmt, Überzeugungsarbeit zu leisten, hat das für beide Seiten einen Nutzen. Historisch war dies die Grundlage für Verhandlungen bei Geiselnahmen. Immer wenn Zwang und Druck eingesetzt wurden, kamen dabei Menschen ums Leben.

Bei Konflikten ist es wichtig, dieses nicht zu lange “schwelen” zu lassen. Diese These vertritt auch Philip Zimmermann so. In seinem YouTube Beitrag: Konflikte: Sind Konflikte immer schlecht? gibt er Tipps, wie man erfolgreich mit Konflikten umgehen kann.

 

 

— weiterlesen und mehr von Prof. Kohlrieser erfahren —

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