February 19, 2019 at 3:54 pm

003 #Führung #Frage: Kennen Sie den Begriff der #Resilienz ?

Ein weiteres “in-Wort” welches derzeit auch Hochkonjunktur in den diversen Führungskräfteseminaren hat, ist “Resilienz”. Daher möche ich heute erläutern was Resilienz bedeutet und ob man Resilienz selbst bei sich ausbilden kann?

Ist Resilienz angeboren oder kann man sie erlernen?

Neueste Forschungen konnten nachweisen, dass die früh-kindliche Entwicklung eine wesentliche Rolle dabei spielt, Resilienz zur Bewältigung schwieriger Lebenssituationen zu entwickeln. Die ersten drei Lebensjahre sind hierbei sehr prägend. Das Grundpotential für Resilienz ist also individuell gegeben. Trotzdem kann jeder auf seinem/ihrem individuellen Potential aufbauen und die eigenen Resilienzfähigkeit ausbauen. Durch eine positive Grundhaltung. Und die kann man erlernen. Im Video erläutert Prof. Dr. Jutta heller die 7 Schlüssel zur Resilienz.

 

 

Das Wort Resilienz hat nach der Wirtschaftskrise 2008/2009 auch im Kontext der Unternehmensführung und Persönlichkeitsentwicklung einen bemerkenswerten Bekanntheitsgrad erreicht. Wir wissen ja alle, im Laufe eines Berufslebens wird es immer Situationen finden, auf die man nicht vorbereitet ist. Und man kann nicht immer gewinnen sondern wird evtl. auch mal „auf das falsche Pferd setzen“ und Niederlagen einstecken.

Nach (vermeintlichen) Niederlagen schnell zurückkommen

Dann kommt es doch darauf an, sich schnell und unvoreingenommen darauf einzustellen. Möglichst schneller als die Anderen. Nach Niederlagen schnell wieder aufzustehen, die Dinge als Herausforderung sehen und nicht als Gefahr oder Belastung, das zeichnet die mentale Stärke von erfolgreichen Führungskräften aus. Eine Fähigkeit, die insbesondere in turbulenten Zeiten sehr nützlich ist.

Wie ist Resilienz definiert?

Das Wort stammt von dem Lateinischen: “resiliare” bedeutet so viel wie abprallen, zurückspringen, wieder auf die Füße kommen. Der Begriff kommt aus der Naturwissenschaft. In der Physik etwa beschreibt Resilienz die Eigenschaft eines Materials, nach einer Belastung in den Ausgangszustand zurückzukehren, Fehler oder Störungen zu tolerieren. Resilienz steht aber auch für seelische Widerstandskraft.

Ist Resilienz angeboren, oder kann man es lernen?

Studienbeginn war 1955. Die Kinderpsychologin Emmy Werner, eine der Pionierinnen auf dem Gebiet der Resilienz, begleitete ab diesem Zeitpunkt rund 700 Kinder über vier Jahrzehnte lang. Die Kinder waren alle 1955 auf der Insel Kauai/Hawaii zur Welt gekommen. Die Entwicklung der Kinder wurde von Ärztinnen, Pflegepersonal und Sozial-arbeiterInnen regelmäßig überprüft – und zwar im Alter von einem Jahr, zwei Jahren, 18, 32 und 40 Jahren. 210 der 700 Kinder mussten unter sehr schwierigen Bedingungen aufwachsen. Sie waren arm, ihre Eltern waren krank, sie wurden vernachlässigt, kamen aus Scheidungsfamilien und/oder wurden misshandelt. Auf diese Kinder konzentrierte sich Emmy E. Werners Interesse. Sie stellte folgende Fragen: Wie werden sich diese Kinder über die Jahre entwickeln? Haben Sie eine Chance auf ein erfülltes Leben? Für zwei Drittel der belasteten Teilnehmer mussten diese Fragen (zunächst) negativ beantwortet werden. Aber ein Drittel der 210 Risikokinder entwickelte sich erstaunlich positiv.

Wie Emmy Werner feststellte, verfügen resiliente Kinder über Schutzfaktoren, welche die negativen Auswirkungen widriger Umstände abmildern: Sie finden Halt in einer stabilen emotionalen Beziehung zu Vertrauenspersonen außerhalb der zerrütteten Familie. Großeltern, ein Nachbar, ein Lieblingslehrer, der Pfarrer oder auch Geschwister bieten vernachlässigten oder misshandelten Kindern einen Zufluchtsort und geben ihnen die Bestätigung, etwas wert zu sein. Diese Menschen fungieren als soziale Modelle, die dem Kind zeigen, wie es Probleme konstruktiv lösen kann.

Originalquelle: Journeys from Childhood to Midlife: Risk, Resilience, and Recovery von Emmy E. Werner, Ruth S. Smith (2001, Cornell University)

Fazit:

Halten wir zunächst einmal fest: Emotionaler Halt in der Kindheit trägt massgeblich zur Resilienz einer Person bei. Diese Erkenntnis gibt es bereits seit den siebziger Jahren. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Begriff des “Kohärenzgefühls”. Dieser Begriff meint die Grundhaltung des einzelnen Menschen gegenüber der Welt und gegenüber dem eigenen Leben.

 

Mehr erfahren?

Beispielhaft der Link zur Rubrik von Dipl. Psych. Lilo Endriss mit dem schönen Titel: Stehaufmännchen

 

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