June 27, 2019 at 12:53 pm

008 #Führung #Frage: ADAC, FIFA, VW & Co. Warum treffen “gute” Manager “schlechte” #Entscheidungen?

Von A wie ADAC, über die Deutsche Bank, die FIFA, bis zu V wie VW. Es dauert lange sich eine positive Reputation aufzubauen, mit einer einzigen Fehlverhalten kann sie in kürzester Zeit ruiniert werden. Nicht nur bei den Investoren und Kunden, auch bei den eigenen Mitarbeitern führen Negativschlagzeilen zu Verunsicherung und Zweifeln. Das als Einleitung zu meiner heutigen Führungsfrage.  Aus aktuellen Anlass muss man sich natürlich fragen: Wenn schon so viel auf dem Spiel steht, warum passiert es dann immer wieder? Oder anders formuliert: “Was sind die Gründe, die Manager zu Fehlverhalten veranlassen?”

In einem Artikel des Harvard Business Review im Juni 2011 mit dem Titel “Ethical Breakdowns” haben die Professoren Max H. Bazermann und Ann E. Tenbrunsel wichtige Hürden beschrieben, die einer ethisch geführten Organisation im Weg stehen. Es sind eben nicht immer die viel zitierte „schwarzen Schafe“ als Einzelpersonen.  Nachfolgend sind wesentliche Gründe für ethisches Fehlverhalten in Unternehmen aufgeführt:

  • Falsche Ziele (Druck, unrealistische Ziele zu erreichen führt zu falschem Verhalten)
  • Toter Winkel (Menschen ignorieren das unethische Verhalten anderer, wenn dies in ihrem eigenen Interesse ist)
  • Schleichende Unmoral (Menschen halten andere für weniger verantwortlich für unethisches Verhalten, wenn dieses von Dritten ausgeführt wird. Beispiel: Ein Pharmaunternehmen vermeidet eine Preiserhöhung, indem es die Rechte an einem Medikament an ein anderes Unternehmen verkauft, das den Preis dann anhebt.)
  • Überbewertete Ergebnisse (Akzeptanz von unethischem Verhalten, wenn das Ergebnis stimmt, nach dem Motto, „der Zweck heiligt die Mittel.
  • “Delegierte Drecksarbeit” (man verlagert unredliche Themen auf die nächste Ebene und zwingt die Mitarbeiter, sie auszuführen)

 

Anbei der Link zum vollständigen Artikel im Harvard Business Review
In all diesen Fällen sollten Ihre inneren Sensoren Alarm schlagen. Insbesondere dann, wenn Sie Verantwortung für den Bereich tragen, in dem diese Verhaltensweisen vorkommen.

Prof. Ann E. Tenbrunsel von der University of Notre Dame erläutert in einem kurzen Video das Phänomen von Blind Spots. Der blinde Fleck, der uns bei Entscheidungen hinderlich ist. Entscheidungen werden oft aus der Situation getroffen und dann anders, als man es sich vorher vorgenommen hatte.

 

Die Harvard Professorin Francesca Gino betont in einem ausführlicheren Interview die wesentlichen Gründe für das Fehlverhalten von Individuen und Organisationen und betont dabei besonders die Rolle der Führungskräfte als Vorbilder.

 

 

Fazit: Integrität und Compliance bekommen im globalen Business einen immer höheren Stellenwert. Fehlverhalten von Mitarbeitern können Unternehmen teuer zu stehen kommen. Insbesondere die Reputation leidet darunter. Es reicht daher nicht aus, nur auf sein eigenes Verhalten als Führungskraft zu schauen. Jede Führungskraft muss auch aktiv daran arbeiten, eine Organisation zu schaffen, die compliant und integer agiert.

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