September 19, 2019 at 7:17 am

004 #Führung #Frage: Wie definiert man eigentlich #Persönlichkeit ?

In vielen Artikeln über Führung wird betont wie wichtig die Persönlichkeit eines Menschen für die Eignung als Führungskraft sei. Doch selten wird erklärt, wie man Persönlichkeit eigentlich definiert? Auch Fragen wie: “Ist Persönlichkeit eigentlich veränderbar” sind hochinteressant, gibt es doch den bekannten Spruch “Hire personality, teach skills”. Die Wissenschaft sagt: “Persönlichkeit kann sich verändern, es wird jedoch dauern.” Daher ist am Sprichwort  schon etwas dran. In dieser und weiteren Führungsfragen möchte ich mehr auf das Thema Persönlichkeit eingehen. Ich beginne mit einer (nicht der einzigen) Definition.

Was sind die “big Five”?

Nach mehreren Jahrzehnten der Persönlichkeitsforschung und durch den Einsatz schnellerer Rechner wurde 1987 durch die  amerikanischen Forscher Paul Costa und Robert McCrae die „big five“ genannten fünf Grundfaktoren herausgearbeitet. Diese sind ein bis heute akzeptiertes Modell, um Persönlichkeiten und deren Ausprägungen zu beschreiben. Auch viele Persönlichkeitstests basieren auf diesem Modell. Es besteht aus fünf Ausprägungen:

  • Extraversion
  • Verträglichkeit
  • Gewissenhaftigkeit
  • Neurotizismus
  • Offenheit

Der deutsche Biologe und Hirnforscher Prof. Gerhard Roth beschreibt in seinem Buch “Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten, Klett-Cotta Verlag) die „big five“ am Beispiele des Faktors „Extraversion“ folgendermaßen:

Diese >>großen Fünf<< sind jeweils aus positiven oder negativen Einzelmerkmalen zusammengesetzt. So umfasst der Faktor Extraversion in seiner positiven Ausprägung die Eigenschaften gesprächig, bestimmt, aktiv, energetisch, offen, dominant, enthusiastisch, sozial und abenteuerlustig und in seiner negativen Ausformung die Eigenschaften still, reserviert, scheu und zurückgezogen.

Der Faktor Verträglichkeit bezeichnet im positiven Sinne die Eigenschaften mitfühlend, nett, bewundernd, herzlich, warm, großzügig, vertrauensvoll, hilfsbereit, kooperativ, feinfühlig, und im negativen Sinn die Eigenschaften kalt, unfreundlich, streitsüchtig, hartherzig, grausam, undankbar und knickrig.

(Quelle: Prof. G. Roth, Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten; Klett-Cotta, S. 17)

 

Fazit

Zusammenfassend kann man feststellen, dass sich die Persönlichkeit eines Menschen nicht nur aus verschiedenen Merkmalen zusammensetzt, welche die „big five“ ausmachen, sondern dass alle diese Merkmale in unterschiedlicher Weise, z.B. durch die Entwicklung des Gehirns und die frühen Bindungserfahrungen geformt werden.

Das heißt, die Persönlichkeit wird früh geprägt, kann sich laut Prof. Roth aber durchaus weiterentwickeln.

„Unsere bewusste Persönlichkeit ist immer eine soziale bzw. sozialisierte Persönlichkeit; sie entwickelt sich vornehmlich im späteren Kindesalter, während der Pubertät und in den frühen Erwachsenenjahren“.

An diesem Thema forscht derzeit auch Prof. Jule Specht von der freien Universität Berlin, mit interessanten Erkenntnissen.

 

Mehr Wissen?

Eine sehr interessante Quelle zum Thema ist das Buch von Prof. Gerhard Roth, Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten; Klett-Cotta Verlag.

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